Prävention und Therapie

von Infektionskrankheiten

Tuberkulose

Die Tuberkulose ist eine durch Bakterien (Mykobakterien) verursachte, sehr ansteckende Erkrankung. Sie befällt klassischerweise die Lungen, kann aber jedes Organ des Körpers befallen.

Bei den meisten Menschen, die sich mit Tuberkulose-Bakterien anstecken, kommt es zu einer latenten (schlafenden) Infektion. Ein Bluttest (Quantiferon-Test) gibt Auskunft über einen solchen in der Vergangenheit stattgefundenen Kontakt mit Mykobakterien, ist aber für sich alleine gesehen kein Hinweis auf eine aktive, behandlungsbedürftige Infektion. Wichtig ist dieser Test im Zusammenhang mit einer Immunsuppression/Immunschwäche, da es in diesem Fall zu einer Reaktivierung der latenten Tuberkulose kommen kann.

Wird aufgrund von Allgemein- und/oder organspezifischen Beschwerden eine aktive Tuberkulose vermutet, so ist der Bakterien-Nachweis im befallenen Organ mit anschliessender gezielter Behandlung wichtig. In einem solchen Fall müssen auch die Kontaktpersonen der erkrankten Person gesucht und abgeklärt werden.

HIV/AIDS

Zu einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienz Virus (HIV) kann es bei der Geburt, über ungeschützte sexuelle Kontakte und über Blut (z.B. über Nadeln) kommen. Eine Neuansteckung kann wie eine Grippe (hohes Fieber, Kopfweh, Halsweh, etc.) oder völlig asymptomatisch, also unbemerkt verlaufen. Aus diesem Grund ist ein Test nach Risikosituationen und bei Partnerwechseln wichtig, da man selber erkrankt und für andere ansteckend sein kann, ohne es zu wissen.

Es gibt zwar bis heute keine Heilung der HIV-Infektion, aber es stehen sehr wirksame Therapien zur Verfügung, die bei zuverlässiger Einnahme das Virus unterdrücken und ein normales Leben ermöglichen. Unbehandelt für die Erkrankung zu AIDS und zum Tod.

Hepatitis B

Die Hepatitis B ist eine Virusinfektion, die die Leber befällt. Eine Ansteckung kann bei der Geburt oder über ungeschützte sexuelle Kontakte erfolgen. Häufig verläuft eine Infektion jahre- bis jahrzehntelang asymptomatisch, also ohne, dass man sich krank fühlt.

Ein Test ist bei jeder Schwangeren, bei erhöhten Leberwerten oder bei erfolgter Risikosituation empfohlen. Bestätigt sich eine Infektion, so ist eine sorgfältige Evaluation nötig, um abzuklären, ob der Patient eine Therapie braucht. Findet sich im Bluttest eine ausgeheilte Infektion, so muss dies im Falle einer Immunsuppression berücksichtigt werden, da in einem solchen Fall sogar eine ausgeheilte Infektion wieder aufflammen kann.

Ist eine Infektion ausgeschlossen, so steht eine Impfung zur Verfügung, die zuverlässig vor einer Ansteckung schützt.

Hepatitis C

Die Hepatitis C ist eine Virusinfektion, die die Leber befällt. Eine Ansteckung kann über ungeschützte sexuelle Kontakte oder über Blut (z.B. über Nadeln) erfolgen. Häufig verläuft eine Infektion jahre- bis jahrzehntelang asymptomatisch, also ohne, dass man sich krank fühlt.

Ein Test empfiehlt sich bei unklar erhöhten Leberwerten, früherem Drogenkonsum oder anderer stattgehabter Risikosituation. Regelmässige Tests ist bei homosexuellen Kontakten sowie aktivem Drogenkonsum empfohlen.

Bestätigt sich eine Infektion, so stehen heute sehr wirksame Therapien zur Verfügung, die die Infektion ausheilen können. Eine Impfung gegen eine Ansteckung mit Hepatitis C gibt es bisher nicht, wiederholte Ansteckungen sind möglich.

Sexuell übertragbare Erkrankungen

Chlamydien / Gonorrhoe

Chlamydien und Gonokokken sind Bakterien, die über ungeschützte sexuelle Kontakte übertragen werden. Es handelt sich um zwei verschiedene Krankheitserreger, die aber ein ähnliches Krankheitsbild hervorrufen können.

Beim Mann kommt es in der Regel zu Juckreiz, Brennen beim Wasserlassen und/oder Ausfluss aus der Harnröhre (Urethritis). Bei der Frau kann eine Ansteckung entweder asymptomatisch, d.h. ohne Beschwerden verlaufen, oder aber zu Juckreiz, vaginalem Ausfluss und Unterleibsschmerzen führen. Es kann zu einer Infektion der Gebärmutter und Eileiter kommen, die schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit führen kann.

Eine antibiotische Therapie des/der Patienten/in und aller Sexualpartner/innen ist wichtig, um einen Ping-Pong-Effekt (eine Wiederansteckung durch einen unbehandelten Sexualpartner) zu vermeiden.

Syphilis

Die Syphilis wird durch Bakterien hervorgerufen, die über ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die Syphilis verursacht im Anfangsstadium typischerweise Haut- und Schleimhautdefekte (Geschwüre), im späteren Verlauf können Ausschläge, Fieber und Lymphknotenschwellungen auftreten. Im Spätstadium kann es zu einer chronischen Entzündung des Gehirns und Rückenmarks kommen.

Wichtig ist die Therapie aller Sexualpartner, um eine Wiederansteckung zu verhindern.

Fremdmaterial-assoziierte Infekte

Aus verschiedensten Gründen wird heute vermehrt Fremdmaterial (Gelenksprothesen, künstliche Herzklappen, Herzschrittmacher, Schmerzpumpen, etc) vorübergehend oder dauerhaft in den Körper eingesetzt.

Obwohl die Vorteile einer solchen Intervention die Nachteile bei weitem überwiegen, ist Fremdmaterial jeder Art mit einem leicht erhöhten Infektrisiko vergesellschaftet. Gelangen Bakterien an den Fremdkörper, so können sie sich hier leichter «festhalten» als im eigenen Gewebe. Dies kann während oder kurz nach der Operation, aber auch noch Jahre später passieren.

Fremdmaterial-assoziierte Infekte inkl. Protheseninfekte werden interdisziplinär, d.h. vom Chirurgen und vom Infektiologen gemeinsam behandelt. In der Regel ist eine Re-Operation in Kombination mit einer Antibiotikatherapie nötig, um den Infekt auszuheilen.

Impf- und Reiseberatung

Ein genügender Impfschutz garantiert einen zuverlässigen Schutz vor verschiedensten Erkrankungen. Es gibt Impfungen, die einen lebenslangen Schutz hinterlassen (z.B. Masern, Mumps, Röteln); andere Impfungen brauchen eine regelmässige Auffrischung (z.B. Tetanus/Starrkrampf). Basis-Impfungen sind für alle Menschen wichtig, unter besonderen Umständen braucht es Zusatzimpfungen (z.B. bei Immunsuppression, fortgeschrittenem Alter).

Andere Länder, andere Krankheiten: Steht eine Reise an, so muss der Impfschutz überprüft und ergänzt werden. Denken Sie daran, sich früh genug zu melden, damit die nötigen Impfungen rechtzeitig vor der Abreise durchgeführt werden können.

Spezifische Fragestellungen

Unklares Fieber

Erhöhte Temperatur (> 37.5°C) oder Fieber (>38.3°C), das über längere Zeit immer wieder ohne ersichtlichen Grund auftritt, kann auf eine Infektion, aber auch auf eine rheumatologische, onkologische oder andere Erkrankung hindeuten. Wichtig ist neben der Ursachensuche vor allem der Ausschluss von gefährlichen Erkrankungen.§  Beim Tropen- und Reiserückkehrer muss im Falle von Fieber gezielt nach Krankheiten gesucht werden, die im betreffenden Land vorkommen. Nicht immer handelt es sich dabei aber um exotische Infektionen.

Geschwollene Lymphknoten

Lymphknoten sind die Filterstationen des Lymphsystems, welches dazu dient, aus den Blutgefässen ins Gewebe ausgetretene Flüssigkeit in den Blutkreislauf zurück zu transportieren. In den Lymphknoten wird diese Flüssigkeit (Lymphe) gereinigt, weshalb sie eine grosse Rolle in der Abwehr von Keimen spielen. Geschwollene Lymphknoten können ein Hinweis auf eine virale oder bakterielle Infektion sein, treten aber auch bei onkologischen und anderen Erkrankungen auf.

Wiederkehrende Infekte

Tritt ein Infekt immer wieder an gleicher Stelle auf, so gibt es hierfür manchmal eine Ursache, deren Beseitigung die Infekthäufigkeit senken kann. Als Beispiele für häufig wiederkehrende Infekte werden hier Urin- und Hautinfekte genannt:

Harnwegsinfekte, v.a. Blaseninfekte, treten bei fast jedem Menschen vereinzelt auf. Wenn jemand aber wiederholt, d.h. mehr als 3-4x/Jahr, an einem Infekt der Harnwege leidet, so sollten begünstigende Faktoren wie z.B. eine Blasenentleerungsstörung als mögliche Ursachen gesucht werden.

Hautinfekte und -abszesse, die immer wieder auftreten, können Hinweis auf eine Besiedelung der Haut mit aggressiven Bakterien (Staphylokokken) sein. Im Falle einer solchen Besiedelung kann der Versuch einer Keimeliminierung unternommen werden.

Positive Bluttests (Serologien)

Sucht der Arzt die Ursache für eine Erkrankung, so werden unter anderem Bluttests durchgeführt, die akute und stattgehabte Infektionen nachweisen können (Serologien). Nicht immer ist die Interpretation der Resultate eindeutig, wie beispielsweise bei den im Anschluss genannten Erkrankungen:

Borrelien-Serologie: Borrelien sind Bakterien, die von Zecken übertragen werden. Sie können die Haut, die Gelenke, das Herz und das Gehirn angreifen. Ein Bluttest bestätigt einen stattgefundenen Kontakt mit Borrelien in der Vergangenheit, unterscheidet aber nicht zwischen einer aktiven und einer ausgeheilten Infektion. Ob eine aktive, behandlungsbedürftige Infektion besteht, muss durch eine sorgfältige fachärztliche Abklärung eruiert werden.

Tuberkulose

siehe Kapitel Tuberkulose

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